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Amalgam entfernen: Ganzheitliche Begleitung | Praxis Wiehl

Written by Dr. med. Andreas von Negelein | Oct 15, 2026, 5:25:58 PM

Amalgamfüllungen enthalten bis zu 50 % Quecksilber – eine Substanz, die zu den biologisch aktivsten und toxischsten Metallen zählt. Auch wenn diese Füllungen über Jahrzehnte als Standardmaterial verwendet wurden, ist heute gut belegt, dass sie kontinuierlich kleine Mengen Quecksilber freisetzen können.

Kurz gesagt

Amalgamfüllungen können beim Kauen, bei Hitze oder mechanischer Belastung kleine Mengen Quecksilberdampf freisetzen, der über Schleimhäute und Atemwege aufgenommen wird. Quecksilber kann Mitochondrien, Nervensystem, Immunsystem und Darm beeinflussen; da es vor allem im Gewebe gespeichert wird, sind klassische Bluttests häufig unauffällig. Die Entfernung von Amalgam übernehmen spezialisierte Zahnärzte – aus medizinischer Sicht ist zusätzlich eine ganzheitliche Begleitung vor und nach der Entfernung wichtig, weil der Körper dabei vorübergehend stärker belastet werden kann.

Wie gelangt Quecksilber aus Amalgamfüllungen in den Körper?

Beim Kauen, bei Hitze oder mechanischer Belastung entsteht Quecksilberdampf, der über Schleimhäute und Atemwege aufgenommen wird. Einmal im Körper, verteilt sich Quecksilber rasch im Gewebe und kann dort Prozesse beeinflussen, die für Energieproduktion, Nervensystem, Immunsystem und hormonelle Balance entscheidend sind.

Amalgamfüllungen bestehen etwa zur Hälfte aus Quecksilber, das beim Kauen oder durch Wärme in kleinen Mengen freigesetzt werden kann.

Welche Beschwerden können mit Quecksilber aus Amalgam zusammenhängen?

Energiestoffwechsel und Mitochondrien

Der Körper verfügt zwar über natürliche Entgiftungssysteme, doch Quecksilber bindet sich an schwefelhaltige Proteine und Enzyme und kann diese blockieren. Besonders empfindlich reagieren die Mitochondrien, die energieliefernden Strukturen der Zellen. Wenn Quecksilber die Atmungskette stört und oxidativen Stress erhöht, kann ein Zustand chronischer Energielimitierung entstehen. Mögliche Anzeichen sind:

  • Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche und Brain Fog
  • Infektanfälligkeit
  • Schlafstörungen
  • vermehrte emotionale Überreizung

Diese Beschwerden sind allerdings unspezifisch und können viele Ursachen haben.

Nervensystem

Auch das zentrale Nervensystem reagiert sensibel. Quecksilber überwindet leicht die Blut-Hirn-Schranke und kann dort neuroinflammatorische Prozesse fördern. Mikrogliazellen werden aktiviert, die synaptische Plastizität verändert sich und es kann zu Störungen im Gleichgewicht der Neurotransmitter kommen. Diese Mechanismen können erklären, warum manche Menschen unter Reizbarkeit, innerer Unruhe, neurologischen Symptomen oder Gedächtnisproblemen leiden, ohne dass klassische Blutwerte Auffälligkeiten zeigen.

Darm und Immunsystem

Der Darm spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Quecksilber kann das Mikrobiom verändern, die Barrierefunktion der Darmschleimhaut schwächen und entzündliche Prozesse verstärken. Da Darm, Immunsystem und Nervensystem eng miteinander kommunizieren, wirken sich diese Veränderungen systemweit aus. Bei vielen Patienten kann das Zusammenspiel aus Quecksilberbelastung, Darmdysbiose und gestörter mitochondrialer Funktion ein wesentlicher Faktor chronischer Beschwerden sein.

Wie wird eine Quecksilberbelastung festgestellt?

Die Diagnostik einer Quecksilberbelastung ist komplex, weil das Metall hauptsächlich im Gewebe gespeichert wird und nicht dauerhaft im Blut zirkuliert. Daher sind klassische Bluttests häufig unauffällig.

In der funktionellen Medizin untersuchen wir neben spezifischen Schwermetallanalysen auch:

  • antioxidative Kapazitäten
  • den mitochondrialen Status
  • die Darmbarriere
  • Immunaktivität und Entzündungsmarker

Erst das Zusammenspiel dieser Informationen kann Hinweise darauf geben, wie stark der Körper tatsächlich betroffen ist und welche Systeme Unterstützung benötigen.

Sollte man Amalgamfüllungen entfernen lassen?

In vielen Fällen kann es sinnvoll sein, Amalgamfüllungen entfernen zu lassen, insbesondere wenn chronische Beschwerden bestehen oder wenn bereits deutliche Hinweise auf eine Quecksilberbelastung vorliegen. Ob das im Einzelfall zutrifft, wird individuell geprüft.

Die technische Durchführung der Entfernung erfolgt durch spezialisierte Zahnärzte, die dafür ausgebildet sind, den Vorgang möglichst sicher zu gestalten. Entscheidend aus medizinischer Sicht ist jedoch nicht nur das Entfernen selbst, sondern die biologisch-ganzheitliche Begleitung davor und danach. Denn während der Entfernung kann der Körper vorübergehend stärker belastet werden.

Wie begleiten wir die Amalgamentfernung ganzheitlich?

Unser Ansatz konzentriert sich deshalb darauf, den Organismus frühzeitig zu stabilisieren. Dazu gehören:

  • die Stärkung antioxidativer Systeme
  • die Unterstützung der mitochondrialen Funktion
  • der Aufbau einer stabilen Darmbarriere
  • die Unterstützung körpereigener Entgiftungsmechanismen

Erst wenn diese Systeme robust arbeiten, wird geprüft, ob und wie eine Mobilisierung und Ausleitung von Quecksilber schonend erfolgen kann. Bei manchen Menschen kann zusätzlich eine nachgeschaltete Chelattherapie infrage kommen, je nach individueller Belastungssituation und klinischer Symptomatik.

Chelattherapie nach der Amalgamentfernung

Chelatoren wie DMPS oder DMSA binden Quecksilber im Körper und ermöglichen dessen Ausscheidung. Eine solche Therapie muss kontrolliert und individuell dosiert durchgeführt werden, da eine unvorbereitete oder zu schnelle Mobilisierung gespeicherter Metalle Beschwerden verschlimmern kann. Natürliche Bindemittel, Mikronährstoffe und mitochondriale Unterstützungsmethoden ergänzen die Therapie und sollen den Körper dabei unterstützen, den Prozess gut zu bewältigen.

Warum ist eine systemische Betrachtung wichtig?

Die wissenschaftliche Forschung zeigt, dass Quecksilber nicht isoliert wirkt, sondern verschiedene biologische Systeme gleichzeitig beeinflusst: Nervensystem, Mitochondrien, Immunsystem, Hormone und Darm. Genau deshalb entwickeln Betroffene oft komplexe Beschwerdebilder, die auf den ersten Blick kaum zusammenhängen. Erst die systemische Betrachtung macht die Gesamtsituation verständlich – und kann Wege zu mehr Stabilität und Energie aufzeigen.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Amalgam oder Quecksilber Ihre Gesundheit beeinträchtigen könnte, begleiten wir Sie gerne mit einem ganzheitlichen Konzept. Dabei berücksichtigen wir individuelle Belastungen, biologische Schwächen, Diagnostik, unterstützende Therapien und – falls notwendig – die koordinierte Zusammenarbeit mit spezialisierten Zahnärzten. Unser Ziel ist es, Ihnen Klarheit zu verschaffen und den Körper so schonend wie möglich zu entlasten.

Mehr zu unserem Vorgehen bei Quecksilber- und anderen Metallbelastungen erfahren Sie auf unserer Seite Schwermetallbelastungen.

Häufige Fragen

Wie viel Quecksilber steckt in Amalgamfüllungen?

Amalgamfüllungen enthalten bis zu 50 % Quecksilber. Beim Kauen, bei Hitze oder mechanischer Belastung können sie kontinuierlich kleine Mengen Quecksilberdampf freisetzen.

Warum ist mein Bluttest unauffällig, obwohl ich Amalgamfüllungen habe?

Quecksilber wird hauptsächlich im Gewebe gespeichert und zirkuliert nicht dauerhaft im Blut. Klassische Bluttests sind daher häufig unauffällig. Aussagekräftiger ist die Kombination aus spezifischen Schwermetallanalysen und Untersuchungen von antioxidativer Kapazität, Mitochondrien, Darmbarriere und Entzündungsmarkern.

Wer entfernt die Amalgamfüllungen?

Die technische Durchführung übernehmen spezialisierte Zahnärzte. Wir übernehmen die ganzheitliche medizinische Begleitung vor und nach der Entfernung und koordinieren bei Bedarf die Zusammenarbeit mit dem Zahnarzt.

Warum ist eine Vorbereitung vor der Amalgamentfernung wichtig?

Während der Entfernung kann der Körper vorübergehend stärker belastet werden. Deshalb stabilisieren wir vorab antioxidative Systeme, die mitochondriale Funktion, die Darmbarriere und körpereigene Entgiftungsmechanismen.

Brauche ich nach der Entfernung eine Chelattherapie?

Nicht unbedingt. Ob eine Chelattherapie mit DMPS oder DMSA infrage kommt, hängt von der individuellen Belastungssituation und den Beschwerden ab. Sie muss kontrolliert und individuell dosiert erfolgen, da eine zu schnelle Mobilisierung Beschwerden verschlimmern kann.